Überflutete Küste einer pazifischen Insel, Wellen reichen bis an Häuser heran – Symbolbild für den steigenden Meeresspiegel.
Überflutete Küste einer pazifischen Insel, Wellen reichen bis an Häuser heran – Symbolbild für den steigenden Meeresspiegel.

Die Ausdehnung warmen Wassers erklärt fast die Hälfte des Meeresspiegelanstiegs, ein klarer Kontext für Kollegen, die Klimafolgen bewerten.

Warmer Ozean dehnt sich aus – und treibt Meeresspiegel Handlungsfluss und Kernfakten

Der Anstieg des Meeresspiegels wird nicht hauptsächlich durch schmelzende Gletscher verursacht, sondern durch die physikalische Ausdehnung von Meerwasser, das sich durch die globale Erwärmung erwärmt. Eine Studie unter Leitung von Lijing Cheng von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften zeigt, dass dieser Effekt für 43 Prozent des Anstiegs zwischen 1960 und 2023 verantwortlich war. Damit übertraf die thermische Expansion sogar den Beitrag schmelzender Gebirgsgletscher, der bei 27 Prozent lag. Grönland und die Antarktis trugen weitere 15 bzw. 12 Prozent bei.

Die Forschenden nutzten kombinierte Datenquellen: Gezeitenpegel bis 1992, Satellitenmessungen ab 1993 und seit 2005 auch Daten des Argo-Bojen-Netzwerks. Diese ermöglichten genauere Analysen der Wärmespeicherung in den Ozeanen. In jüngerer Zeit stieg der Meeresspiegel schneller – im Durchschnitt um 3,94 Millimeter pro Jahr zwischen 2005 und 2023 – was die zunehmende Belastung unterstreicht.

Ein weiterer Faktor, der Küstenstädte zusätzlich bedroht, ist die lokale Bodensenkung, wie eine parallele Studie der TU München zeigt. Durch übermäßige Grundwasserentnahme und städtische Lasten sinken manche Städte schneller als der Meeresspiegel steigt. Gleichzeitig beschleunigt sich das Schmelzen antarktischen Schelfeises, weil warmes Tiefenwasser es von unten angreift – ein Prozess, der indirekt durch die Erwärmung der Ozeane angetrieben wird.

Fakten

  • Laut einer Studie ist die wärmebedingte Ausdehnung von Wasser für 43 Prozent des Meeresspiegelanstiegs von 1960 bis 2023 verantwortlich.
  • Zwischen 2005 und 2023 stieg der Meeresspiegel im Schnitt um 3,94 Millimeter pro Jahr.
  • Die TU München warnt vor Bodensenkungen in Küstenstädten, hauptsächlich verursacht durch übermäßige Grundwasserentnahme.
  • Warmes Wasser schmilzt antarktisches Schelfeis von unten, was die Stabilität des Festlandeises gefährdet.

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