Zeichnung eines Azara-Nachtaffen im dichten Regenwald bei Nacht, mit Temperaturanzeige im Hintergrund, die von 22 auf 24 Grad steigt.
Zeichnung eines Azara-Nachtaffen im dichten Regenwald bei Nacht, mit Temperaturanzeige im Hintergrund, die von 22 auf 24 Grad steigt.

Dass Affen bei wärmerem Klima schwerer werden, gibt einem Kollegen, der Ökologie verfolgt, etwas gemeinsamen Kontext.

Affen werden bei Klimawandel schwerer Handlungsfluss und Kernfakten

Eine Langzeitstudie an Azara-Nachtaffen in Argentinien zeigt, dass sich die Tiere anders auf den Klimawandel einstellen als erwartet. Zwischen 1999 und 2023 stieg das Durchschnittsgewicht der Tiere um etwa 50 Gramm – das entspricht einer Zunahme von vier Prozent. In derselben Zeit stiegen die durchschnittlichen Tagestemperaturen in der Region Formosa von 22,2 auf 23,8 Grad Celsius. Forscher der Yale University verbinden die Gewichtszunahme mit den steigenden Temperaturen, obwohl gängige ökologische Regeln das Gegenteil erwarten ließen.

Die Bergmannsche Regel besagt, dass warmblütige Tiere in wärmeren Regionen tendenziell kleiner und leichter sind, um Wärme besser abgeben zu können. Doch bei den Nachtaffen blieb die Körperlänge nahezu unverändert – das zusätzliche Gewicht zeigt sich also nicht in größerer Länge, sondern in mehr Masse. Die Studie deutet darauf hin, dass Tiere, die in wärmeren ersten Lebensjahren geboren wurden, weniger Energie für die Wärmeregulation brauchen und diese stattdessen in ihr Wachstum investieren können.

Die Daten stammen aus einem Langzeitprojekt auf einer privaten Rinderfarm in Nordargentinien, wo 180 Affen über 24 Jahre regelmäßig gemessen wurden. Die Forscher schließen Faktoren wie Nahrungsverfügbarkeit oder Fortpflanzungserfolg weitgehend aus. Die Ergebnisse werfen neue Fragen zur Anpassung von Primaten an den Klimawandel auf – besonders, weil die Art auch in Paraguay und Bolivien vorkommt.

Fakten

  • Azara-Nachtaffen in Argentinien wogen 2023 im Schnitt 50 Gramm mehr als 1999 – eine Zunahme von vier Prozent.
  • Die durchschnittlichen Tagestemperaturen in Formosa stiegen von 22,2 auf 23,8 Grad Celsius zwischen 1999 und 2023.
  • Forscher der Yale University verbinden die Gewichtszunahme mit wärmeren Geburtsjahren, da Jungtiere weniger Energie für die Wärmeregulation brauchen.
  • Die Körperlänge der Affen blieb über die Jahre weitgehend unverändert, was gegen die Bergmannsche Regel spricht.
  • Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Proceedings B“ der Royal Society veröffentlicht.

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