
Die optimale Schlafdauer liegt zwischen sechs und acht Stunden, was einem Kollegen, der an Gesundheitsprävention arbeitet, hilfreich erscheinen könnte.

Zu viel Schlaf beschleunigt das Altern Handlungsfluss und Kernfakten
Eine internationale Studie unter Leitung der Columbia University hat Daten von rund 500.000 Erwachsenen aus der UK Biobank ausgewertet und einen klaren Zusammenhang zwischen Schlafdauer und biologischem Altern festgestellt. Die Forscher nutzten 23 sogenannte biologische Altersuhren, die das Alter von Organen anhand von Blutwerten, Bildgebung und Stoffwechselprodukten messen. Dabei zeigte sich ein U-förmiges Muster: Die geringste biologische Alterung trat bei einer Schlafdauer zwischen 6,4 und 7,8 Stunden auf. Abweichungen nach oben oder unten gingen mit beschleunigtem Altern in Gehirn, Lunge, Leber, Immunsystem und anderen Organen einher.
Die Studie zeigt auch unterschiedliche gesundheitliche Risiken: Kurzschläfer (unter sechs Stunden) hatten ein höheres Risiko für Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Typ-2-Diabetes. Langschläfer (über acht Stunden) zeigten stärkere Verbindungen zu neuropsychiatrischen Erkrankungen wie Depression, Schizophrenie und bipolaren Störungen. Beide Gruppen wiesen zudem ein erhöhtes Gesamtmortalitätsrisiko auf.
Interessant ist der Hinweis auf zwei unterschiedliche biologische Pfade zur Altersdepression – je nach Schlafmuster. Bei Kurzschlaf wirkt sich Stress direkt auf die Stimmung aus, während langer Schlaf eher ein Anzeichen für bereits laufende Alterungsprozesse ist. Die Autoren betonen, dass die Daten auf Selbstangaben beruhen und keine kausalen Schlüsse erlauben. Auch ist unklar, ob die Ergebnisse auf andere Bevölkerungsgruppen übertragbar sind.
Fakten
- Die Studie analysierte Daten von rund 500.000 Erwachsenen aus der UK Biobank im Alter von 37 bis 84 Jahren.
- Die optimale Schlafdauer liegt zwischen 6,4 und 7,8 Stunden, um das biologische Altern zu verlangsamen.
- Sowohl zu kurzer als auch zu langer Schlaf ist mit beschleunigtem Altern in mehreren Organen verbunden.
- Langschläfer zeigen stärkere Verbindungen zu neuropsychiatrischen Erkrankungen wie Schizophrenie und bipolaren Störungen.
- Die Ergebnisse deuten auf zwei unterschiedliche biologische Wege zur Altersdepression hin – je nach Schlafmuster.
- Die Studie wurde im Fachmagazin Nature veröffentlicht und leitet von Junhao Wen von der Columbia University.
Visuelle Nachrichtenerklärung von Canto. KI-Werkzeuge können die Produktion unterstützen. Redaktionelle Richtlinien





