
Die Veränderung der Pflanzenvielfalt bis 2100 gibt einem Kollegen, der Umweltthemen verfolgt, gemeinsamen Kontext.

Bis zu 16 % der Pflanzenarten vom Aussterben bedroht Handlungsfluss und Kernfakten
Eine neue Studie der University of California in Davis warnt vor massiven Verlusten pflanzlicher Biodiversität bis zum Jahr 2100. Mithilfe von Habitatmodellen und Klimaszenarien prognostizieren die Forschenden, dass je nach Emissionsverlauf zwischen 7 und 16 Prozent aller bekannten Gefäßpflanzenarten mehr als 90 Prozent ihres Lebensraums verlieren könnten. Besonders betroffen sind Regionen wie die Arktis, das Mittelmeergebiet und Teile Südostaustraliens, wo Arten aufgrund geografischer oder klimatischer Grenzen nicht weiterwandern können.
Die Analyse basiert auf Daten von rund 68.000 Pflanzenarten und über 6,8 Millionen Fundorten. Obwohl viele Arten bereits in kühlere Gebiete wandern, reicht die Geschwindigkeit oft nicht aus, um mit der Erwärmung Schritt zu halten. In der Arktis verläuft die Erwärmung besonders schnell, und viele Pflanzen stoßen dort an ihre Anpassungsgrenzen.
Interessanterweise könnte in 28 Prozent der Landflächen die Artenvielfalt steigen – etwa in feuchteren Regionen wie dem Osten der USA, Südamerikas oder Teilen Südostasiens. Doch wie neue Arten zusammenspielen, ist ungewiss. Die Studie betont, dass eine drastische Emissionsminderung entscheidender sei als andere Schutzmaßnahmen. Zudem warnen die Forschenden, dass seltene Arten unterrepräsentiert seien – die tatsächliche Aussterberate könnte also noch höher liegen.
Fakten
- Eine Studie prognostiziert bis zu 16 Prozent Artenverlust bei Gefäßpflanzen bis 2100, je nach Klimaszenario.
- Zwischen 7 und 16 Prozent der rund 68.000 untersuchten Pflanzenarten könnten mehr als 90 Prozent ihres Lebensraums verlieren.
- In Teilen Deutschlands und Nordeuropas könnten bei mittlerem Emissionsszenario (SSP245) über 20 Prozent der pflanzlichen Biodiversität verloren gehen.
- 28 Prozent der Landflächen könnten durch Einwanderung neuer Arten an pflanzlicher Vielfalt gewinnen.
- Die Studie wurde von der University of California in Davis im Fachmagazin 'Science' veröffentlicht.
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