
Die unsichtbaren Kräfte in der oberen Atmosphäre zeigen, wie viel wir noch über Klimaprozesse lernen müssen. Wer Kolleginnen oder Freunde in Naturwissenschaft oder Umweltforschung kennt, könnte diesen Kontext gut gebrauchen.

Winzige Teilchen, große Klimawirkung Handlungsfluss und Kernfakten
Wissenschaftler der NASA und der NOAA haben erstmals präzise Daten über nanoskalige Partikel in der unteren Stratosphäre gesammelt – mithilfe eines speziellen Höhenflugzeugs, der WB-57, das bis zu 19 Kilometer hoch flog. Diese extrem kleinen Partikel, oft nicht größer als 150 Nanometer, machen überraschend den Großteil der verfügbaren Oberfläche für chemische Reaktionen in der Atmosphäre aus. Obwohl sie mikroskopisch klein sind, dominieren sie gemeinsam die Reaktionsdichte, weil sie in riesigen Mengen vorkommen.
Die Studie zeigt, dass diese Nanopartikel aus zwei Hauptquellen stammen: aus natürlichen Emissionen von Pflanzen und Ozeanen sowie aus Material aus dem All, etwa durch verglühende Meteore, die Schwefelverbindungen freisetzen. In bestimmten Regionen machen sie bis zu 90 Prozent der Reaktionsfläche aus – ein Umstand, der bisher in Klimamodellen kaum berücksichtigt wurde, da die Messung solcher Partikel technisch extrem herausfordernd ist.
Die Ergebnisse, im Fachjournal Science veröffentlicht, legen nahe, dass zukünftige Klimamodelle diese winzigen, aber zahlreichen Partikel besser einbeziehen müssen, um atmosphärische Prozesse wie den Ozonabbau oder die Bildung von Wolken präziser vorherzusagen. Die Entdeckung unterstreicht, wie feine, oft unsichtbare Mechanismen das globale Klima maßgeblich beeinflussen können.
Fakten
- NASA- und NOAA-Forscher sammelten mit dem Höhenflugzeug WB-57 Luftproben in bis zu 19 Kilometern Höhe.
- Nanopartikel bis 150 Nanometer machen den Großteil der Reaktionsfläche in der unteren Stratosphäre aus.
- In manchen Regionen entfallen bis zu 90 Prozent der verfügbaren Oberfläche auf diese winzigen Partikel.
- Die Partikel stammen aus natürlichen Quellen wie Pflanzen und Ozeanen sowie aus verglühenden Meteoren.
- Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Science veröffentlicht und fordern eine Überarbeitung von Klimamodellen.
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