
Ein starker El Niño könnte globale Temperaturen weiter anheizen, besonders für Kollegen im Agrarhandel oder Logistik gibt es hier Hintergrundwissen.

Super-El-Niño droht 2026 Handlungsfluss und Kernfakten
Ein starkes El-Niño-Ereignis könnte sich bis Juli 2026 im östlichen Pazifik entfalten, mit einer Wahrscheinlichkeit von über 80 Prozent, so die US-Wetterbehörde. Klimaforscher Karsten Haustein von der Universität Leipzig erklärt, dass sich in den oberen 300 Metern des tropischen Pazifiks ein extremes Wärmepotential aufgebaut hat – eine Vorbedingung für einen starken oder sogar Super-El-Niño. Entscheidend ist jedoch, ob die Atmosphäre mitwirkt, insbesondere durch die Schwächung der Passatwinde, die normalerweise warme Wassermassen nach Westen transportieren. Bleiben diese Winde schwach oder drehen sich um, kann kaltes Tiefenwasser nicht aufsteigen, und die Wärme gelangt in die Atmosphäre.
Die globalen Fernwirkungen eines starken El Niño sind weitreichend: In Australien, der Sahel-Zone, im Amazonas und auf dem indischen Subkontinent drohen schwere Dürren, während andere Regionen wie der Süden der USA und Mexiko mit extremer Niederschlag und Hurrikanen rechnen müssen. Der Colorado River steht bereits unter kritischem Druck. Europa ist zwar nicht direkt betroffen, doch die globale Zirkulation sorgt für wärmere Winter. Besonders besorgniserregend ist die Prognose, dass 2027 aufgrund des El Niño und des Klimawandels voraussichtlich einen neuen Temperaturrekord erreichen könnte – möglicherweise über 1,6 Grad über dem vorindustriellen Niveau.
Damit wäre die 1,5-Grad-Grenze zumindest temporär überschritten. Die Folgen reichen über das Wetter hinaus: Weltweite Nahrungsketten sind eng verflochten. Fällt etwa die Sojaernte in Brasilien aus, wirkt sich das direkt auf die Tierfutterversorgung in Mitteldeutschland aus. Auch andere Importgüter könnten knapp werden. Ein Super-El-Niño hätte also nicht nur klimatische, sondern auch spürbare wirtschaftliche Auswirkungen – bis in die heimische Geldbörse.
Fakten
- Die US-Wetterbehörde prognostiziert mit über 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit ein El-Niño-Ereignis bis Juli 2026.
- Ein Super-El-Niño erfordert eine Pazifik-Temperatur mindestens zwei Grad über dem Durchschnitt.
- Klimaforscher Karsten Haustein erwartet, dass 2027 einen neuen globalen Temperaturrekord erreichen könnte – über 1,6 Grad über dem vorindustriellen Niveau.
- El-Niño-Folgen: Dürren in Australien, Amazonas und Sahel-Zone, Überschwemmungen in Süden der USA und Mexiko.
- Der Colorado River droht auf rekordniedrige Wasserstände abzusinken.
- Durch globale Nahrungsketten könnten Ernteausfälle in Brasilien Tierfutterknappheit in Mitteldeutschland verursachen.
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