
Die Zurücknahme des extremen Szenarios ist ein Zeichen, dass Maßnahmen wirken, hilfreich für Kollegen, die über Klimapolitik diskutieren.

Klima-Worst-Case abgesagt? Handlungsfluss und Kernfakten
Ein prominentes Klima-Worst-Case-Szenario, bekannt als SSP5-8.5, wird von Forschern nicht länger als realistisch eingestuft. Grund ist der beschleunigte globale Ausbau erneuerbarer Energien und die gesunkenen Kosten für Technologien wie Solar und Wind. Das World Climate Research Programme hat diese Entwicklung in einer im April veröffentlichten Studie gewürdigt und das Szenario eines extremen, unkontrollierten Anstiegs der globalen Temperaturen aufgrund massiver fossiler Nutzung als unplausibel zurückgewiesen.
Trotzdem betonen Wissenschaftler, dass dies keine Entwarnung bedeutet. Der zurückgenommene Fall war ein Extrem-Szenario – das verbleibende Risiko bleibt hoch. Selbst das überarbeitete Worst-Case-Szenario prognostiziert eine Erwärmung von bis zu 3,5 Grad Celsius bis zum Jahr 2100, was weiterhin gravierende Folgen für Ökosysteme, Wetterextreme und Küstenregionen hätte. Forscher wie Detlef van Vuuren betonen, dass die Anstrengungen zum Klimaschutz nicht nachlassen dürfen.
Die Debatte wurde jedoch politisch aufgeladen. US-Präsident Trump und rechte Medien wie „Tichys Einblick“ interpretierten die wissenschaftliche Anpassung fälschlich als Eingeständnis eines „Klimapaniks“, obwohl Forscher wie Niklas Höhne dies als durchschaubare Instrumentalisierung kritisieren. Die tatsächliche Botschaft der Wissenschaft ist vielmehr: Der Fortschritt ist ermutigend, aber die Krise ist nicht vorbei.
Fakten
- Das Klimaszenario SSP5-8.5 wird vom World Climate Research Programme als unplausibel eingestuft, da der globale Ausbau erneuerbarer Energien schneller verläuft als ursprünglich angenommen.
- Wissenschaftler betonen, dass dies keine Entwarnung ist: Ein abgeschwächtes Worst-Case-Szenario prognostiziert weiterhin eine Erwärmung von bis zu 3,5 Grad Celsius bis 2100.
- US-Präsident Trump und rechte Medien wie „Tichys Einblick“ interpretierten die wissenschaftliche Anpassung fälschlich als Eingeständnis eines Klima-Irrtums, was Forscher wie Niklas Höhne als Instrumentalisierung kritisieren.
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