
Die Brandgefahr in Galicien steigt, und ein Förster sieht kaum Vorsorge – ein Kollege, der Umweltthemen verfolgt, bekommt hier klaren Kontext.

„Als ob wir Benzinfässer aufgestellt hätten“ Handlungsfluss und Kernfakten
In Spanien nehmen extreme Waldbrände deutlich zu, besonders im Norden der Iberischen Halbinsel. Laut Xosé Santos, Förster in der galicischen Provinz Ourense, brannten im Sommer 2025 fast 380.000 Hektar allein in Galicien – fast 90 Prozent davon in seiner Region. Ursache sind nicht nur der Klimawandel und extreme Trockenheit, sondern auch strukturelle Faktoren wie Landflucht, fehlende Pflege der Landschaft und forstwirtschaftliche Monokulturen aus Kiefern und Eukalyptus, die besonders leicht brennen.
Santos betont, dass früher die von Menschen genutzte Mosaiklandschaft – mit Weiden, Gärten und Äckern – natürliche Brandschneisen bildete. Heute ist die Vegetation verwildert und ermöglicht rasche Feuerausbreitung. Selbst im kühlen, eigentlich feuchten Galicien brennt es nun regelmäßig, da sich das Klima verändert: stärkere Winterregen, trockenere Sommer und ein Vordringen mediterraner Bedingungen ins Landesinnere.
Trotz steigender Ausgaben für Löschflugzeuge und Hubschrauber fehlt es an Prävention. Nur unter zehn Prozent des Budgets fließen in Vorsorge. Der Waldrat Galiciens wurde erst Monate nach den Bränden einberufen. Ohne systematische Analyse und langfristige Forstplanung, warnt Santos, wiederholt man immer die gleichen Fehler – wie Einstein einst den Wahnsinn definierte.
Fakten
- Im Sommer 2025 brannten in der EU eine Million Hektar Wald, fast 40 Prozent davon in Spanien.
- In Galicien wurden 380.000 Hektar Wald zerstört, davon über 90 Prozent in der Provinz Ourense.
- Der ökologische Korridor am Kantabrischen Meer, wichtig für Arten wie den Braunbären, ist durch die Brände weitgehend zerstört.
- Nur unter zehn Prozent der Forstausgaben in Galicien fließen in Brandvorsorge, über 90 Prozent in Löscharbeiten.
- Der Forstplan von 1992 sieht bis 2030 250.000 Hektar Eukalyptus vor – aktuell ist die Fläche bereits fast doppelt so groß.
- Ein Zentimeter fruchtbarer Boden bildet sich in 100 Jahren, die vollständige Erholung eines Ökosystems dauert bis zu 50 Jahre.
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