
Die Unsicherheit bleibt groß, aber die Spannung steigt – besonders für Kollegen, die Klimamodelle und globale Wettermuster verfolgen.

Ein Monster-El-Niño könnte kommen Handlungsfluss und Kernfakten
Ein neues El-Niño-Ereignis könnte sich im Pazifik zusammenbrauen – mit möglicherweise globalen Auswirkungen auf Wetter und Temperaturen. Satelliten zeigen eine gigantische Welle warmen Wassers, die sich entlang des Äquators Richtung Südamerika bewegt. Solche Kelvin-Wellen können den Beginn eines starken El Niño einleiten, der die globale Durchschnittstemperatur um bis zu 0,2 Grad erhöhen könnte. Experten sehen eine Wahrscheinlichkeit von 30 bis 40 Prozent, dass es zu einer extremen Wärmeanomalie kommt.
El Niño ist Teil des ENSO-Zyklus (El Niño Southern Oscillation), bei dem sich warme und kalte Phasen im Pazifik abwechseln. Während La Niña kühlere Temperaturen begünstigt, verstärkt El Niño extreme Wetterlagen weltweit: Dürren in Australien und Südafrika, Überschwemmungen in Südamerika, ein schwächerer Monsun in Indien. Der letzte starke El Niño 2023/24 trug maßgeblich dazu bei, dass das Jahrzehnt die wärmsten Aufzeichnungen aller Zeiten verzeichnete.
Ob der Klimawandel El Niño verstärkt, ist wissenschaftlich noch unklar. Einige Forscher wie Karsten Haustein vermuten, dass längere La-Niña-Phasen mehr Wärme im Ozean speichern – die dann bei El Niño verstärkt an die Oberfläche gelangt. Andere, wie Mojib Latif, warnen vor vorschnellen Schlüssen: Die Klimamodelle seien noch nicht präzise genug, um den Effekt sicher zu bestimmen. Offiziell ist das aktuelle Ereignis noch nicht bestätigt – erst nach der sogenannten Frühjahrsbarriere im Sommer können Prognosen zuverlässiger werden.
Sollte sich ein Super-El-Niño entwickeln, hätte das auch politische Konsequenzen. Die Weltwetterorganisation (WMO) warnt, dass die Chance auf ein neues globales Temperaturrekordjahr bis 2027 steigt. Gleichzeitig fürchten Klimaforscher, dass überzogene Vorhersagen die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft untergraben könnten – besonders nach der Debatte um das veraltete RCP8.5-Szenario. Langfristig könnte sich El Niño durch die Erwärmung der Ozeane aber tatsächlich intensivieren, wie Simulationen im „Nature Communications“ nahelegen.
Fakten
- Satelliten messen eine gigantische Welle warmen Wassers im Pazifik, die sich Richtung Südamerika bewegt.
- Die Wahrscheinlichkeit für einen extrem starken El Niño 2026/27 liegt bei 30 bis 40 Prozent.
- Ein starker El Niño könnte die globale Durchschnittstemperatur um bis zu 0,2 Grad erhöhen.
- Der letzte starke El Niño 2023/24 trug dazu bei, dass das Jahrzehnt die wärmsten Aufzeichnungen aller Zeiten verzeichnete.
- Die Weltwetterorganisation (WMO) sieht eine erhöhte Chance, dass 2027 ein neues globales Temperaturrekordjahr wird.
- Klimaforscher wie Mojib Latif warnen vor überzogenen Prognosen, die die Glaubwürdigkeit der Klimaforschung gefährden könnten.
Visuelle Nachrichtenerklärung von Canto. KI-Werkzeuge können die Produktion unterstützen. Redaktionelle Richtlinien





