
Die Versöhnung von Acker und Ökologie braucht Vertrauen, besonders für Kollegen, die beide Seiten verstehen.

Forschende wollen Landwirtschaft und Naturschutz versöhnen Handlungsfluss und Kernfakten
Der Nationale Wiederherstellungsplan für Deutschland zielt darauf ab, geschädigte Ökosysteme wie Moore, Wälder, Flüsse und Auen wiederherzustellen, wie es die EU-Wiederherstellungsverordnung vorschreibt. Ein zentraler Punkt ist die Wiederherstellung natürlicher Flussverläufe und Auenfunktionen, beispielsweise durch das Entfernen alter Entwässerungsgräben oder Staumauern. Diese Maßnahmen stoßen jedoch bei Landwirten auf Widerstand, da sie als Eingriff in die landwirtschaftliche Nutzung empfunden werden. Um diesen Konflikt zu entschärfen, hat der Wissenschaftliche Beirat für Biodiversität und Genetische Ressourcen zwölf Handlungsempfehlungen vorgelegt, die Agrar- und Naturschutzpolitik besser verzahnen sollen. Der Beirat betont, dass eine zukunftsfähige Landwirtschaft von biologischer Vielfalt abhängt – etwa durch Bestäubung, Schädlingsregulation und funktionierende Nährstoffkreisläufe. Ohne die aktive Mitwirkung der Landwirte sei eine ökologische Aufwertung der Agrarlandschaften nicht möglich. Die Vorschläge zielen darauf ab, die EU-Agrarförderung stärker an ökologischen Zielen auszurichten, Förderprogramme zu vereinfachen und regionale Gesamtkonzepte statt Einzelmaßnahmen zu fördern. Besonders hervorgehoben wird die Bedeutung artenreicher Wiesen und Weidewirtschaft.
Fakten
- Seit Ende April 2026 kann der Nationale Wiederherstellungsplan des Bundesumweltministeriums kommentiert werden.
- Der Wissenschaftliche Beirat für Biodiversität und Genetische Ressourcen veröffentlichte zwölf Handlungsempfehlungen, um Landwirtschaft und Naturschutz zu vereinen.
- Zu den Vorschlägen gehört eine stärkere Ausrichtung der EU-Agrarförderung auf Biodiversitätsschutz bis 2034.
- Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände warnt vor neuen Nutzungskonflikten durch die EU-Verordnung.
- Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) begrüßt die Stellungnahme als Chance für ein besseres Image der Landwirtschaft.
- Agrarwissenschaftlerin Dorothea Bellingrath-Kimura fordert mehr Ökologie in der Ausbildung von Landwirten.
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