Eine Solaranlage in Brandenburg mit Wechselrichter, der über eine Kommunikationsschnittstelle verfügt, die potenziell für Cyberangriffe genutzt werden könnte.
Eine Solaranlage in Brandenburg mit Wechselrichter, der über eine Kommunikationsschnittstelle verfügt, die potenziell für Cyberangriffe genutzt werden könnte.

Die EU stärkt mit der Förderregel die eigene Energieautonomie. Wenn Kolleginnen oder Kollegen aus der Technik- oder Energiewirtschaft das Thema verfolgen, kann sich ein ruhiges Weiterleiten lohnen.

EU verbietet chinesische Solar-Wechselrichter Handlungsfluss und Kernfakten

Die Europäische Kommission hat beschlossen, keine Fördergelder mehr für Energieprojekte zu gewähren, die Wechselrichter aus „Hochrisikoländern“ wie China verwenden. Betroffen sind vor allem Hersteller wie Huawei und Sungrow, deren Geräte über Kommunikationsschnittstellen verfügen, die theoretisch für Cyberangriffe missbraucht werden könnten. Die Maßnahme zielt darauf ab, die Energiesicherheit in Europa zu stärken und Abhängigkeiten von ausländischen Technologielieferanten zu verringern. Sie gilt vorerst nur für EU-geförderte Projekte, etwa durch die Europäische Investitionsbank.

Die deutsche Solarbranche reagierte überrascht, da weder der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) noch der europäische Dachverband SolarPower Europe in die Entscheidung eingebunden waren. Offen ist, ob auch nationale Förderprogramme wie das EEG angepasst werden. Bisher gibt es dazu keine Stellungnahme des Bundeswirtschaftsministeriums.

Europäische Hersteller wie Fronius aus Österreich begrüßen die Entscheidung. Sie sehen darin ein Signal für mehr Versorgungssicherheit und betonen, dass die europäische Industrie in der Lage sei, die Nachfrage innerhalb kurzer Zeit zu decken. Die Regelung betrifft vor allem große Freiflächenprojekte, doch die Branche fordert, dass auch kleinere Anlagen in Zukunft europäisch ausgestattet werden.

Fakten

  • Die EU-Kommission verbietet ab sofort die Förderung von Energieprojekten mit Wechselrichtern aus China, Russland, Nordkorea oder dem Iran.
  • Betroffen sind vor allem chinesische Hersteller wie Huawei und Sungrow, deren Geräte Kommunikationsschnittstellen haben.
  • Projekte, die bis 1. Mai bei der EU gemeldet wurden, können bis 1. November weiter gefördert werden.
  • Die deutsche Solarbranche war nicht in die Entscheidung eingebunden und zeigte sich überrascht.
  • Fronius begrüßt die Entscheidung als Schritt zur stärkeren Energieautonomie Europas.

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