
Die Energiewende hängt an Kabeln statt an Windrädern, ein klarer Kontext für Kollegen, die das Thema verfolgen.

Die unsichtbare Mauer im Stromnetz Handlungsfluss und Kernfakten
Deutschland steht vor einer entscheidenden Phase seiner Energiewende: Während im Norden riesige Windparks Strom erzeugen, fehlt es an ausreichender Netzkapazität, um ihn zu den Industriezentren im Süden zu transportieren. Dies führt dazu, dass Windräder abgeschaltet werden, während gleichzeitig Gaskraftwerke im Süden anspringen – eine teure und ineffiziente Situation. Die Lösung liegt in vier neuen Hochspannungs-Gleichstromleitungen, sogenannten 'Stromautobahnen', die den Norden mit dem Süden verbinden sollen. Dazu gehören Projekte wie Ultranet, A-Nord, SuedLink und SuedOstLink, die zwischen 2026 und 2028 in Betrieb gehen sollen. SuedLink, mit 700 Kilometern das größte Erdkabelprojekt der deutschen Energiegeschichte, verzögerte sich erheblich, weil der Freistaat Bayern 2015 durchsetzte, dass die Leitung unterirdisch verlegt wird, um Bürgerproteste gegen Freileitungen zu vermeiden. Parallel dazu entstehen internationale Verbindungen wie NordLink nach Norwegen und NeuConnect nach Großbritannien, um grünen Strom auszutauschen und Pumpspeicher zu nutzen. Um künftige Verzögerungen zu vermeiden, plant die Bundesnetzagentur sogenannte Infrastrukturgebiete, um Genehmigungsverfahren zu beschleunigen.
Fakten
- 2025 entstanden durch das Missverhältnis zwischen Windstromerzeugung im Norden und Verbrauch im Süden Schätzungen zufolge 2,7 Milliarden Euro Kosten.
- SuedLink, das mit 700 Kilometern größte Erdkabelprojekt der deutschen Energiegeschichte, soll Ende 2028 in Betrieb gehen – ursprünglich war 2022 geplant.
- Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller meldete Ende 2025 die Genehmigung aller vier großen Nord-Süd-Gleichstromleitungen.
- Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer setzte 2015 durch, dass große Gleichstromleitungen als Erdkabel verlegt werden müssen.
- NeuConnect ist die erste direkte Stromverbindung zwischen Deutschland und Großbritannien und soll ab 2028 1,4 Gigawatt übertragen.
- Der Netzentwicklungsplan 2037/2045 sieht vor, dass Deutschland bis 2045 jährlich 27–91 TWh Strom importieren wird.
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