
Die Zahlen zeigen, dass Erneuerbare die tragende Säule bleiben, hilfreicher Kontext für einen Kollegen, der Energiepolitik verfolgt.

Kernkraft kein Klimaretter bis 2050 Handlungsfluss und Kernfakten
Eine umfassende Studie im Auftrag des Umweltbundesamts (UBA) kommt zu dem Schluss, dass der Ausbau der Kernenergie kein realistischer Weg zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2050 ist. Die Analyse des Öko-Instituts untersucht globale Energieszenarien, Lebenszyklus-Emissionen, Kosten und Klimarisiken der Atomkraft und zeigt, dass erneuerbare Energien weiterhin die zentrale Säule eines klimaneutralen Stromsystems bilden. Der weltweite Anteil der Kernenergie an der Stromerzeugung ist von 17 Prozent im Jahr 1996 auf nur noch 9 Prozent im Jahr 2024 gesunken, während Erneuerbare bereits ein Drittel der Produktion decken.
Das Ziel, die globale Kernkraftkapazität bis 2050 zu verdreifachen, wie auf COP28 und COP29 vorgeschlagen, wird als unrealistisch eingestuft. Dafür müssten jährlich fast 70 Gigawatt neue Leistung ans Netz gehen – deutlich mehr als der historische Höchstwert von etwa 20 Gigawatt pro Jahr. Hauptgründe sind hohe Investitionskosten, lange Bauzeiten und die geringe Flexibilität von Atomkraftwerken in einem von Wind und Sonne geprägten Stromsystem.
Die Studie zeigt auch, dass neue Kernkraftwerke in liberalisierten Märkten schwer zu finanzieren sind. Die Stromgestehungskosten liegen zwischen 15 und 19,2 Cent/kWh (2020), bis 2030 sollen sie auf 26,1 bis 36,2 Cent/kWh steigen. Im Vergleich: Onshore-Wind kommt auf 2,4–7,7 Cent/kWh, Photovoltaik auf 4,6–14,8 Cent/kWh. Auch kleine modulare Reaktoren (SMR) gelten als nicht kommerziell reif, und ihre Kostenvorhersagen als spekulativ.
Fakten
- Die UBA-Studie kommt zu dem Schluss, dass Kernenergie bis 2050 nicht notwendig ist, um Klimaneutralität zu erreichen.
- Der Anteil der Kernenergie an der weltweiten Stromerzeugung sank von 17 % (1996) auf 9 % (2024).
- Für eine Verdopplung der Kernkraftkapazität bis 2050 wären jährlich fast 70 GW Neubau nötig – dreimal so viel wie der historische Höchstwert.
- Stromgestehungskosten neuer Atomkraftwerke in Europa: 15,0–19,2 Cent/kWh (2020), bis 2030 prognostiziert 26,1–36,2 Cent/kWh.
- Onshore-Windkraft: 2,4–7,7 Cent/kWh, Photovoltaik: 4,6–14,8 Cent/kWh (2020).
- Kein kleiner modularer Reaktor (SMR) hatte bis 2025 kommerzielle Reife erreicht, laut Studie.
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