
Die Entdeckung von Eisen-60 im antarktischen Eis gibt einem Kollegen, der Astrophysik verfolgt, einen greifbaren Einblick in unsere interstellare Umgebung.

Erde durchquert Überreste einer Supernova Handlungsfluss und Kernfakten
Forscher haben im antarktischen Eis Spuren des seltenen radioaktiven Isotops Eisen-60 entdeckt, das hauptsächlich bei Supernovae – gewaltigen Explosionen massereicher Sterne – entsteht. Der Fund in einem Eisbohrkern aus dem Projekt Epica Dronning Maud Land deutet darauf hin, dass das Sonnensystem möglicherweise durch eine interstellare Wolke aus Überresten einer Sternenexplosion fliegt. Die Proben stammen aus Ablagerungen zwischen 40.000 und 81.000 Jahren vor heute.
Eisen-60 ist auf der Erde extrem selten, da es radioaktiv zerfällt und nicht in nennenswerten Mengen durch natürliche irdische Prozesse entsteht. Sein Nachweis in Eis- und Sedimentproben gilt daher als Indiz für den Eintrag von interstellarer Materie. Frühere Studien hatten bereits Hinweise auf solche Wolken geliefert, doch die nun gemessenen Konzentrationen sind deutlich geringer als in jüngeren Ablagerungen.
Die Forscher vermuten, dass sich das Sonnensystem zu dieser Zeit noch außerhalb der dichteren Regionen der Wolke befand – oder dass die Dichte des interstellaren Staubs stark schwankt. Die Studie wurde im Fachjournal "Physical Review Letters" veröffentlicht und von Wissenschaftlern des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf, der Australian National University und des Alfred-Wegener-Instituts durchgeführt. Weitere Messungen sollen klären, wann genau das Sonnensystem in diese interstellare Wolke eingetreten ist.
Fakten
- Forscher fanden Eisen-60 in einem antarktischen Eisbohrkern aus der Zeit vor 40.000 bis 81.000 Jahren.
- Eisen-60 entsteht hauptsächlich bei Supernovae und gilt als Hinweis auf interstellare Materie.
- Die Konzentrationen sind geringer als in jüngeren Ablagerungen, was auf variable Staubdichte oder einen späteren Eintritt in die Wolke hindeuten könnte.
- Die Studie wurde im Fachjournal "Physical Review Letters" veröffentlicht.
- Beteiligte Institutionen: Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, Australian National University, Alfred-Wegener-Institut.
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