
Die Leistung der Jets von Cygnus X-1 gibt einem Kollegen, der Astrophysik verfolgt, greifbaren Kontext.

Kraft von 10.000 Sonnen gemessen Handlungsfluss und Kernfakten
Wissenschaftler haben erstmals die Leistung der Materiestrahlen (Jets) eines Schwarzen Lochs präzise gemessen. Das Objekt, Cygnus X-1, liegt rund 7.200 Lichtjahre von der Erde entfernt und besteht aus einem Schwarzen Loch sowie einem blauen Überriesenstern. Über 18 Jahre hinweg analysierten Forscher um Steve Prabu von der University of Oxford Daten aus mehreren Teleskopen weltweit. Die Jets, die das Schwarze Loch ausstößt, erreichen eine Energieleistung, die der von 10.000 Sonnen entspricht, und schießen mit etwa 571 Millionen km/h ins All – das ist die halbe Lichtgeschwindigkeit. Diese Beobachtung liefert neue Einblicke in die Dynamik von Schwarzen Löchern und deren Einfluss auf ihre Umgebung.
Die Jets entstehen vermutlich, weil das Schwarze Loch Materie vom benachbarten Stern aufnimmt, wobei ein Teil davon nicht verschluckt, sondern als gebündelter Strahl wieder ausgestoßen wird. Solche Prozesse gelten als entscheidend dafür, wie Schwarze Löcher die Entwicklung ihrer Heimatgalaxien beeinflussen – etwa durch die Regulation von Sternentstehung oder die Heizung intergalaktischer Materie. Bisher war die genaue Energetik solcher Jets jedoch schwer zu bestimmen. Die aktuelle Studie markiert daher einen methodischen Durchbruch.
Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Astronomy veröffentlicht. Cygnus X-1 war bereits 1971 als erstes überzeugendes Schwarzes Loch identifiziert worden. Die neuen Daten zeigen, dass es auch heute noch als Labor für die Astrophysik dient. Weitere Beobachtungen ähnlicher Systeme könnten helfen, die Mechanismen hinter der Jet-Bildung besser zu verstehen und universelle Modelle für Schwarze Löcher zu entwickeln.
Fakten
- Die Jets von Cygnus X-1 erreichen eine Energieleistung, die der von 10.000 Sonnen entspricht.
- Die Geschwindigkeit der Jets beträgt rund 571 Millionen km/h, also die halbe Lichtgeschwindigkeit.
- Forscher um Steve Prabu von der University of Oxford analysierten 18 Jahre Teleskopdaten für die Messung.
- Cygnus X-1 liegt etwa 7.200 Lichtjahre von der Erde entfernt und besteht aus einem Schwarzen Loch und einem blauen Überriesen.
- Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Nature Astronomy veröffentlicht.
- Ein Teil der vom Stern aufgenommenen Materie wird als Jets wieder ausgestoßen, anstatt verschluckt zu werden.
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