Ein künstlich gezüchtetes Herzpflaster aus Stammzellen wird auf das geschädigte Herzgewebe genäht, um die Pumpfunktion zu verbessern.
Ein künstlich gezüchtetes Herzpflaster aus Stammzellen wird auf das geschädigte Herzgewebe genäht, um die Pumpfunktion zu verbessern.

Die ersten positiven Ergebnisse geben einem Kollegen, der medizinische Innovationen verfolgt, greifbaren Kontext.

Herzpflaster aus Stammzellen zeigt Wirkung Handlungsfluss und Kernfakten

Erstmals haben Forscher in einer klinischen Studie nachweisen können, dass ein aus Stammzellen gezüchtetes Herzpflaster die Pumpleistung bei schwerer Herzschwäche verbessern kann. Die Methode, entwickelt von Wissenschaftlern der Universitätsmedizin Göttingen und des Universitären Herzzentrums Lübeck, nutzt induzierte pluripotente Stammzellen, die aus Blutzellen gewonnen und im Labor zu schlagfähigem Herzmuskelgewebe herangezüchtet werden. Bis zu 20 solcher Gewebeeinheiten werden zu einem Pflaster zusammengesetzt und minimalinvasiv auf das geschädigte Herz genäht, wo es eine neue Muskelschicht von drei bis vier Millimetern Dicke bilden soll.

Die Studie BioVAT-HF-DZHK20, deren Ergebnisse im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht wurden, umfasste 20 Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz. Bei den ersten 16 Teilnehmern, die die höchste sichere Dosis von rund 800 Millionen Herzzellen erhielten, zeigte sich drei Monate nach der Behandlung eine Verdickung der Herzwand und eine Verbesserung der linksventrikulären Auswurffraktion. Die Patienten berichteten zudem von einer besseren Lebensqualität. Auch nach über vier Jahren Nachbeobachtung deuten sich anhaltende positive Effekte an.

Trotz der begrenzten Fallzahl bewerten die Forscher die Ergebnisse als Meilenstein: Sie zeigen erstmals, dass eine funktionelle Wiederherstellung von Herzmuskelgewebe beim Menschen grundsätzlich möglich ist. Der 2020 schwer erkrankte Steffen Eyring, der 2024 im Rahmen der Studie behandelt wurde, berichtet von stabilisierter Herzfunktion und mehr guten Tagen. Weitere Studien in Deutschland, Europa und den USA sind bereits in Vorbereitung.

Fakten

  • Die Studie BioVAT-HF-DZHK20 wurde von der Universitätsmedizin Göttingen und dem Universitären Herzzentrum Lübeck geleitet.
  • Erstmals zeigte eine klinische Studie eine verbesserte Pumpfunktion bei schwerer Herzschwäche durch ein aus Stammzellen gezüchtetes Herzpflaster.
  • Die höchste sichere Dosis betrug rund 800 Millionen Herzzellen, verabreicht bei 16 Patienten.
  • Drei Monate nach Behandlung zeigte sich eine Verdickung der Herzwand und Verbesserung der Lebensqualität.
  • Die Ergebnisse wurden im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht.
  • Steffen Eyring, ein behandeltes Studienpatient, berichtet von stabilisierter Herzfunktion seit der Operation im Juni 2024.

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