Illustration einer Pflanze mit Wurzeln, die in enger Symbiose mit feinen Pilzfasern steht, während ein Düngerstreuer im Hintergrund langsam verschwindet.
Illustration einer Pflanze mit Wurzeln, die in enger Symbiose mit feinen Pilzfasern steht, während ein Düngerstreuer im Hintergrund langsam verschwindet.

Die gezielte Steuerung der Pilz-Symbiose gibt einem Kollegen aus der Agrarforschung oder einem interessierten Landwirt gemeinsamen Kontext für die Zukunft nachhaltiger Landwirtschaft.

Pflanzen trickst Pilz – mit weniger Dünger gleich viel Ertrag Handlungsfluss und Kernfakten

Forscher der Universität Bonn haben einen genetischen Schalter namens VIH2 identifiziert, der es Pflanzen ermöglicht, dauerhaft in Symbiose mit nährstofffördernden Pilzen zu leben – selbst wenn ausreichend Phosphat im Boden vorhanden ist. Normalerweise stellen Pflanzen diese Partnerschaft ab, sobald sie genug Nährstoffe haben. Durch die gezielte Deaktivierung des Schalters blieb die Symbiose aktiv, ohne das Wachstum der Pflanze zu beeinträchtigen.

Diese Entdeckung könnte helfen, den Einsatz von Phosphatdünger in der Landwirtschaft drastisch zu reduzieren. Derzeit wird rund 90 Prozent des weltweit geförderten Rohphosphats für Düngemittel verwendet – eine endliche Ressource, die oft mit Schwermetallen belastet ist. Überdüngung führt zudem zu toten Gewässern und Grundwasserverunreinigungen.

Noch basieren die Ergebnisse auf Laborexperimenten. Bevor die Technik in der Praxis eingesetzt werden kann, müssen Feldversuche zeigen, ob die genetisch beeinflussten Pflanzen auch unter realen Bedingungen stabil mit den Pilzen kooperieren und Erträge halten. Mögliche Methoden zur Umsetzung sind moderne Züchtungsverfahren wie die Genomeditierung.

Fakten

  • Forscher der Universität Bonn identifizierten den genetischen Schalter VIH2, der die Mykorrhiza-Symbiose reguliert.
  • Durch die Deaktivierung des Schalters blieb die Symbiose zwischen Pflanzen und Pilzen auch bei hohem Phosphatgehalt aktiv – ohne Wachstumsnachteile.
  • 90 Prozent des weltweit geförderten Rohphosphats fließen in die Düngemittelproduktion.
  • Überdüngung führt zu toten Gewässern und belastet das Grundwasser mit Schwermetallen.
  • Noch fehlen Feldversuche, um die Laborergebnisse unter realen Bedingungen zu bestätigen.

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