Ein Trailrunner steigt im Morgengrauen den verschneiten Hang des Mount Everest hinauf, im Hintergrund die Silhouetten anderer Bergsteiger und die schroffe Bergkette der Himalaya.
Ein Trailrunner steigt im Morgengrauen den verschneiten Hang des Mount Everest hinauf, im Hintergrund die Silhouetten anderer Bergsteiger und die schroffe Bergkette der Himalaya.

Die Leistung von Tyler Andrews gibt einem Kollegen, der Extremsport verfolgt, etwas gemeinsamen Kontext.

US-Sportler stürmt Everest in Rekordzeit Handlungsfluss und Kernfakten

Der US-Trailrunner Tyler Andrews hat nach Angaben der Seite ExplorersWeb den Mount Everest in nur 9 Stunden und 55 Minuten vom Basislager aus erreicht – womit er den bisherigen Rekord von Lakpa Gelu Sherpa aus dem Jahr 2003 unterboten haben soll. Die Leistung wurde mit Flaschensauerstoff erbracht, den Andrews bereits ab Lager 2 auf 6400 Metern Höhe nutzte. Dies wirft in der Bergsteiger-Szene Fragen zur Vergleichbarkeit und Fairness solcher Rekorde auf.

Billi Bierling, Leiterin der Himalayan Database, lobt die körperliche Leistung, betont aber, dass Sauerstoff die gefühlte Höhe stark reduziert und somit als leistungssteigernd gilt. Zudem sei die diesjährige Route durch den Khumbu-Eisbruch ungewöhnlich direkt gewesen, mit weniger Leitern und deutlich weniger Menschen als in Spitzenzeiten – am 20. Mai warteten rund 274 Bergsteiger an der Hillary-Stufe.

Andrews selbst beschrieb den Aufstieg als eine der härtesten körperlichen Herausforderungen seiner Karriere. Er hatte zuvor mehrfach versucht, den Gipfel ohne Sauerstoff zu erreichen, musste aber jeweils abbrechen. Als besonders beeindruckend hob Bierling die Skiabfahrten von Bartek Ziemski vom Lhotse und Everest hervor – beide ohne Sauerstoff und allein bestiegen.

Fakten

  • Tyler Andrews soll den Mount Everest in 9:55 Stunden vom Basislager erreicht haben.
  • Er nutzte Flaschensauerstoff ab Lager 2 (6400 Meter), mit einer Flow Rate von vier Litern pro Minute.
  • Der bisherige Rekordhalter Lakpa Gelu Sherpa stieg 2003 in knapp elf Stunden auf, nutzte Sauerstoff erst ab Lager 4.
  • Die Route 2026 durch den Khumbu-Eisbruch war ungewöhnlich direkt und wenig bevölkert.
  • Billi Bierling von der Himalayan Database betont, dass Sauerstoff als leistungssteigernd gilt und Rekorde damit nicht direkt vergleichbar sind.
  • Bartek Ziemski beeindruckte in derselben Saison mit Skiabfahrten vom Everest und Lhotse – ohne Sauerstoff und allein.

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