
Die Lücke zwischen nötiger und realer CO₂-Entnahme wächst – ein Kollege, der Klimathemen verfolgt, kann hier den Überblick behalten.

CO₂-Entnahme viel zu langsam Handlungsfluss und Kernfakten
Ein internationales Forschungsteam warnt vor einer dramatisch wachsenden Lücke zwischen der notwendigen und der tatsächlich umgesetzten CO₂-Entnahme. Obwohl Staaten weltweit versprechen, mehr Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre zu entfernen, bleibt die Umsetzung weit hinter den Anforderungen der Klimamodelle zurück. Laut dem „State of Carbon Dioxide Removal“-Bericht werden derzeit etwa 2,2 Milliarden Tonnen CO₂ pro Jahr entnommen – vor allem durch Wiederaufforstung. Bis 2050 haben Länder Zusagen über insgesamt 3,6 Milliarden Tonnen gemacht, doch Klimaszenarien für das 1,5-Grad-Ziel erfordern deutlich mehr, insbesondere langfristig und mit dauerhaften Methoden.
Neuartige Technologien wie Direct Air Capture, wie sie in Island in der Anlage „Mammoth“ eingesetzt wird, spielen bislang nur eine untergeordnete Rolle. Die Anlage kann jährlich 36.000 Tonnen CO₂ speichern – viel im lokalen Maßstab, aber verschwindend gering im globalen Vergleich. Derzeit machen solche Technologien nur 0,1 Prozent aller Entnahmen aus, obwohl sie dringend gebraucht würden, um nicht vermeidbare Emissionen auszugleichen.
Ein Hauptproblem ist die Wirtschaftlichkeit: Die Kosten für CO₂-Entnahme reichen von 10 bis über 1.000 US-Dollar pro Tonne, wobei die meisten Verfahren deutlich über den aktuellen CO₂-Preisen liegen. Forscher betonen, dass politische Vorgaben und verlässliche Märkte nötig sind, um Investitionen zu sichern. Ohne verbindliche Regelungen, die Unternehmen zur Beteiligung zwingen, fehlt oft die Nachfrage. Besonders Ölstaaten setzen stark auf Carbon Capture and Storage (CCS), während Umweltverbände warnen, dass solche Technologien nicht als Ausrede dienen dürfen, Emissionen nicht schnell genug zu senken.
Fakten
- Forscher warnen vor einer wachsenden Lücke: Bis 2050 fehlen jährlich über 5 Milliarden Tonnen CO₂-Entnahme für das 1,5-Grad-Ziel.
- Derzeit werden jährlich etwa 2,2 Milliarden Tonnen CO₂ entnommen, hauptsächlich durch Wiederaufforstung.
- Die Anlage „Mammoth“ in Island, die 2024 in Betrieb ging, kann 36.000 Tonnen CO₂ pro Jahr speichern.
- Neuartige Technologien wie Direct Air Capture machen aktuell nur 0,1 Prozent aller CO₂-Entnahmen aus.
- Die Kosten für CO₂-Entnahme liegen zwischen 10 und über 1.000 US-Dollar pro Tonne, viele Methoden sind unwirtschaftlich.
- Politische Vorgaben fehlen: Nur 20 Prozent der geplanten neuen CO₂-Entnahmekapazitäten wurden bisher umgesetzt.
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