Illustration einer modernen Chipfabrik mit EU-Flagge, daneben ein öffentlicher Auftrag in Form eines Stempels mit dem Hinweis 'Vorrang für heimische Chips'.
Illustration einer modernen Chipfabrik mit EU-Flagge, daneben ein öffentlicher Auftrag in Form eines Stempels mit dem Hinweis 'Vorrang für heimische Chips'.

Die geplante Kaufpräferenz für heimische Chips gibt einem Kollegen aus der Tech-Branche, der die Entwicklung verfolgt, etwas gemeinsamen Kontext.

EU will heimische Chip-Start-ups stärken Handlungsfluss und Kernfakten

Die Europäische Union bereitet ein neues Chips-Gesetz vor, um die heimische Halbleiterproduktion zu stärken. Der geplante Chips Act 2.0 sieht vor, dass öffentliche Behörden verstärkt bei europäischen Chip-Start-ups einkaufen, um die Binnennachfrage zu fördern. Gleichzeitig sollen umweltrechtliche Genehmigungsverfahren für Chipfabriken beschleunigt werden, um Bauvorhaben schneller umzusetzen. Aktuell liegt der EU-Anteil an der weltweiten Halbleiterproduktion bei zehn Prozent, soll bis 2030 aber auf 20 Prozent steigen.

Das ursprüngliche Chips-Gesetz (EU-Verordnung 2021/694) trat im September 2023 in Kraft und sieht Milliardenförderungen für Forschung, Entwicklung und Produktion vor. Dennoch blieben einige Großprojekte hinter den Erwartungen – mehrere Vorhaben wurden trotz zugesagter Subventionen abgesagt. Die EU-Kommission sieht daher Handlungsbedarf und bereitet nun zusätzliche Maßnahmen vor.

Die zuständige Digitalkommissarin Henna Virkkunen plant, ihre Vorschläge am 3. Juni vorzulegen. Ein internes Papier, das Reuters vorliegt, zeigt, dass neben der Beschaffungspolitik auch strukturelle Hürden im Fokus stehen. So soll ein Nachfrageforum Anbieter und Nutzer vernetzen, um die Markteinführung neuer Chips zu beschleunigen. Ob die neuen Maßnahmen das Wachstum der Branche tatsächlich ankurbeln, bleibt abzuwarten.

Fakten

  • Die EU möchte ihren Anteil an der weltweiten Halbleiterproduktion bis 2030 von 10 auf 20 Prozent verdoppeln.
  • Ein neues Gesetz (Chips Act 2.0) sieht vor, dass öffentliche Behörden verstärkt bei europäischen Chip-Start-ups einkaufen sollen.
  • Die EU-Kommission will umweltrechtliche Genehmigungsverfahren für Chipfabriken beschleunigen.
  • Das ursprüngliche Chips-Gesetz trat am 21. September 2023 in Kraft, zeigte aber bislang nur begrenzte Wirkung.
  • Digitalkommissarin Henna Virkkunen plant, ihre Vorschläge am 3. Juni vorzulegen.

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