
Dass Azubis KI oft als besseren Wissensvermittler wahrnehmen als ihre Lehrkräfte, gibt einem Kollegen aus der Bildungsbranche etwas gemeinsamen Kontext.

Azubis vertrauen KI mehr als Lehrern Handlungsfluss und Kernfakten
Eine aktuelle Umfrage unter Auszubildenden in Deutschland zeigt eine wachsende Vertrauenslücke zwischen jungen Lernenden und ihren Ausbildungslehrkräften: 74 Prozent der Befragten halten künstliche Intelligenz für einen besseren Erklärer als ihre Berufsschullehrer. Die Studie »Azubi-Recruiting Trends 2026«, durchgeführt von u-form Testsysteme, befragte von Januar bis März 2026 insgesamt 11.595 Personen, darunter fast 6.000 Auszubildende. KI-Tools wie ChatGPT oder Gemini werden bereits von 85 Prozent der Azubis im Ausbildungskontext genutzt, und ebenso viele bewerten ihre eigenen KI-Kompetenzen als „sehr fit“ oder „eher fit“.
Die Ergebnisse offenbaren auch eine deutliche Diskrepanz zwischen der Sicht der Ausbildungsverantwortlichen und der Auszubildenden: Während Betriebe schätzen, dass die Hälfte der Azubis elf oder mehr Tage fehlte, gibt nur knapp ein Drittel der Auszubildenden dies an. Gleichzeitig sehen drei Viertel der Ausbilder einen Anstieg krankheitsbedingter Fehlzeiten in den letzten fünf Jahren.
Psychische Belastung ist ein weiterer zentraler Punkt: 74 Prozent der Azubis fühlen sich psychisch belastet, 45 Prozent geben an, sich im Ausbildungsalltag oft überfordert zu fühlen. Rund ein Viertel meldete sich bereits wegen psychischer Probleme krank. Parallel dazu wird die Suche nach Ausbildungsplätzen für Jugendliche schwieriger – nur noch 29 Prozent erhielten mehrere Angebote, während 66 Prozent der Betriebe 2025 ihre Plätze nicht voll besetzen konnten.
Fakten
- 74 Prozent der Azubis halten KI für einen besseren Erklärer als ihre Berufsschullehrer.
- 85 Prozent der Auszubildenden nutzen KI-Tools wie ChatGPT bereits im Ausbildungskontext.
- 74 Prozent der Azubis fühlen sich psychisch belastet, 45 Prozent geben Überforderung an.
- Nur 29 Prozent der Azubis erhielten 2026 mehrere Ausbildungsangebote – der niedrigste Wert seit 2014.
- 66 Prozent der ausbildenden Unternehmen konnten 2025 nicht alle Ausbildungsplätze besetzen.
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