Wim Wenders auf einer Bühne, im Hintergrund Projektion eines alten Filmplakats, ernster Gesichtsausdruck, während er über ethische Fragen im Kino spricht.
Wim Wenders auf einer Bühne, im Hintergrund Projektion eines alten Filmplakats, ernster Gesichtsausdruck, während er über ethische Fragen im Kino spricht.

Die Debatte über altertümliche Szenen im Kino gibt einem Kollegen aus der Filmbranche, der solche Themen verfolgt, gemeinsamen Kontext.

Wenders über frühe Nacktszene: „Das würde ich heute nicht mehr machen“ Handlungsfluss und Kernfakten

Der deutsche Regisseur Wim Wenders hat sich öffentlich zum Umgang mit einer kontroversen Szene aus seinem 1975 erschienenen Film „Falsche Bewegung“ geäußert. In der Szene ist die damals 13-jährige Schauspielerin Nastassja Kinski mit entblößtem Oberkörper zu sehen. Wenders erklärte bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises, dass er die Szene heute nicht mehr so drehen würde und fühle sich angesichts der heutigen Sensibilitäten „ratlos“. Er betonte, dass er seinem jüngeren Ich keine Vorwürfe mache, doch die damalige Ära unterscheide sich stark von der heutigen Zeit.

Nastassja Kinski hatte kürzlich in der „Süddeutschen Zeitung“ erklärt, dass sie bereits als Kind gespürt habe, dass die Szene „nicht in Ordnung war“, und setzt sich seit Längerem dafür ein, die Passage aus dem Film zu entfernen. Wenders griff diese Debatte auf und stellte die Frage, ob es ethisch vertretbar sei, einen Film nachträglich zu kürzen, wenn er eine beteiligte Person verletze. Er nannte dies eine grundsätzliche Herausforderung für das gesamte Filmerbe.

Der Regisseur forderte die Deutsche Filmakademie dazu auf, das Thema gemeinsam mit der jüngeren Generation zu diskutieren. Er wolle die Entscheidung nicht allein tragen, da eine Änderung am Original einen Präzedenzfall schaffen könnte. Bei der Preisverleihung wurde Wenders mit stehenden Ovationen geehrt, während Prominente wie Cate Blanchett und Nick Cave ihm in einer Videobotschaft huldigten.

Fakten

  • Wim Wenders äußerte bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises am 29. Mai 2026 Bedauern über eine Nacktszene mit der damals 13-jährigen Nastassja Kinski aus dem Film „Falsche Bewegung“ (1975).
  • Nastassja Kinski sagte in der „Süddeutschen Zeitung“, sie habe bereits als Kind gespürt, dass die Szene „nicht in Ordnung war“, und setzt sich für deren Entfernung ein.
  • Wenders bezeichnet die Frage des Umgangs mit solchen Szenen als ethisches Dilemma und fragt, ob Filme nachträglich gekürzt werden dürfen, wenn sie Darstellende verletzen.
  • Der Regisseur forderte die Deutsche Filmakademie auf, das Thema gemeinsam mit der jüngeren Generation zu diskutieren, um keine Präzedenzfälle allein zu tragen.
  • Wenders erhielt am 29. Mai 2026 den Ehrenpreis der Deutschen Filmakademie unter stehenden Ovationen, mit Videobotschaften von Cate Blanchett, Nick Cave und anderen.

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