Symbolische Darstellung einer Theaterbühne mit zwei Figuren – eine Frau mit Protestschild 'Frauenquote', ein Schattenriss mit Jury-Armbinde, der wegdreht.
Symbolische Darstellung einer Theaterbühne mit zwei Figuren – eine Frau mit Protestschild 'Frauenquote', ein Schattenriss mit Jury-Armbinde, der wegdreht.

Die Debatte um Chancengleichheit bleibt präsent, besonders für Kolleg:innen, die strukturelle Ungleichheiten im Theateralltag kennen.

Theatertreffen streicht Frauenquote Handlungsfluss und Kernfakten

Das Berliner Theatertreffen wird künftig ohne Frauenquote auskommen. Die neue Jury hat beschlossen, die seit 2020 geltende Regelung aufzuheben, nach der mindestens die Hälfte der eingeladenen Inszenierungen von Frauen oder überwiegend weiblichen Kollektiven stammen musste. Die Entscheidung löst Protest aus: Über 300 Kulturschaffende haben einen offenen Brief unterzeichnet, in dem sie die Abschaffung als fatale Entwicklung kritisieren. Sie argumentieren, dass strukturelle Benachteiligungen von Frauen im Theaterbetrieb weiterhin bestehen.

Zu den Unterzeichnern gehören bekannte Persönlichkeiten wie die Schauspielerin Sandra Hüller, der Schauspieler Bjarne Mädel und der Regisseur Milo Rau. Der offene Brief richtet sich an die Jury und die Leitung des Theatertreffens. Die Initiative will damit ein Zeichen für mehr Gleichstellung setzen. Das Theatertreffen gilt als eines der wichtigsten Bühnenereignisse im deutschsprachigen Raum und wählt jährlich zehn bemerkenswerte Theaterproduktionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aus.

Die Frauenquote war 2020 als Reaktion auf langjährige Ungleichgewichte eingeführt worden. Ihre Abschaffung wirft nun die Frage auf, ob die erreichten Fortschritte ausreichend verankert sind. Kritiker befürchten einen Rückfall in alte Muster. Die neue Jury hat bisher nicht öffentlich begründet, warum sie die Quote nicht fortsetzen möchte. Die Diskussion bleibt damit offen – sowohl künstlerisch als auch institutionell.

Fakten

  • Die neue Jury des Berliner Theatertreffens hebt die Frauenquote auf, die seit 2020 galt.
  • Mehr als 300 Kulturschaffende haben einen offenen Brief gegen die Abschaffung unterzeichnet.
  • Unterzeichnerinnen und Unterzeichner sind Schauspieler, Regisseurinnen und Dramaturginnen, darunter Sandra Hüller, Bjarne Mädel und Milo Rau.
  • Seit 2020 mussten mindestens die Hälfte der ausgewählten Inszenierungen von Frauen oder überwiegend weiblichen Kollektiven stammen.
  • Das Theatertreffen wählt jährlich zehn bemerkenswerte Theaterproduktionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aus.

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