
Die indigene Bevölkerung der Anden verdaut Stärke besonders effizient – ein evolutionärer Vorteil aus der langen Geschichte des Kartoffelanbaus. Wenn jemand in deinem Umfeld Evolution oder Ernährungsgeschichte verfolgt, kann sich ein ruhiges Weiterleiten lohnen.

Wie die Kartoffel das Erbgut formte Handlungsfluss und Kernfakten
Die indigene Bevölkerung der südamerikanischen Anden zeigt eine weltweit einzigartige genetische Anpassung an die Verdauung von Stärke. Eine Studie unter Leitung von Omur Gokcumen von der University at Buffalo hat ergeben, dass Quechua-Sprecher im peruanischen Hochland im Durchschnitt zehn Kopien des Amylase-Gens (AMY1) besitzen – mehr als jede andere der 85 untersuchten Populationen. Dieses Gen ist entscheidend für die Aufspaltung von Stärke bereits im Mund durch Speichelenzyme.
Die hohe Gen-Kopienzahl führt dazu, dass der Körper besonders viel Amylase produziert und Stärke effizienter verdaut. Die Forschenden verbinden diesen Befund mit der rund 10.000 Jahre alten Geschichte des Kartoffelanbaus in der Region. Die Kartoffel, reich an Stärke, wurde zur Grundlage der Ernährung – und wer sie besser verwerten konnte, hatte einen evolutionären Vorteil.
Über Tausende von Jahren setzte sich diese genetische Variante durch. Die Studie, veröffentlicht in »Nature Communications«, zeigt, wie tief landwirtschaftliche Praktiken in die menschliche Evolution eingreifen können. Während andere Populationen durchschnittlich fünf bis sieben Kopien des Gens besitzen, erreichen die Andenbewohner mit bis zu zehn Kopien einen Spitzenwert. Dies ist ein klares Beispiel für kulturell getriebene genetische Selektion.
Fakten
- Die indigene Bevölkerung der peruanischen Anden besitzt im Durchschnitt zehn Kopien des Amylase-Gens (AMY1), mehr als jede andere der 85 untersuchten Populationen.
- Die Studie unter Leitung von Omur Gokcumen von der University at Buffalo wurde in »Nature Communications« veröffentlicht.
- Vor rund 10.000 Jahren begann der Kartoffelanbau in den Anden, was mit einem Anstieg der AMY1-Gen-Kopienzahl korreliert.
- Das AMY1-Gen ermöglicht die Vorverdauung von Stärke im Mund durch das Enzym Amylase.
- Menschen mit mehr AMY1-Kopien produzieren mehr Amylase und können Stärke effizienter verdauen.
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