Illustration einer wirtschaftlichen Welle, die kleine und große Unternehmen in Deutschland unter sich begräbt, mit Hintergrund von Fabriken, Läden und Wolkenkratzern.
Illustration einer wirtschaftlichen Welle, die kleine und große Unternehmen in Deutschland unter sich begräbt, mit Hintergrund von Fabriken, Läden und Wolkenkratzern.

Die Zunahme von Insolvenzen auch bei gesunden Unternehmen gibt einem Kollegen, der die Wirtschaftslage verfolgt, etwas gemeinsamen Kontext.

Unternehmen brechen aus dem Geschäft heraus Handlungsfluss und Kernfakten

Eine wachsende Zahl deutscher Unternehmen meldet Insolvenz – nicht mehr nur strukturschwache, sondern zunehmend auch solide Betriebe aus dem laufenden Geschäft. Im Jahr 2025 erreichte die Zahl der Großinsolvenzen mit über 50 Millionen Euro Umsatz den höchsten Stand seit einem Jahrzehnt. Branchen wie die Automobilindustrie, energieintensive Betriebe und der Einzelhandel sind besonders betroffen, während auch die Möbelbranche unter Nachfragerückgang leidet. In Großstädten wie Berlin und Hamburg zeigen sich hohe Insolvenzquoten im Dienstleistungssektor.

Die Gründe sind vielfältig: steigende Zinsen, sinkende Nachfrage, internationale Konkurrenz und ein rückläufiger Übernahmemarkt. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz betont, dass viele betroffene Unternehmen „weltmarktfähige“ Produkte anbieten, aber unter ihrer Schuldenlast oder mangelndem Puffer scheitern. Gleichzeitig hat sich das Investorenverhalten verändert – statt ganzer Firmen werden nun oft nur noch Teile übernommen.

Die Rettungsquote für große Unternehmen ist seit 2020 von fast 62 Prozent auf 44,2 Prozent im Jahr 2024 gesunken. Allianz Trade prognostiziert für 2026 insgesamt 24.650 Unternehmensinsolvenzen in Deutschland, was die anhaltende wirtschaftliche Belastung unterstreicht. Weltweit meldeten 2025 im Schnitt alle 18 Stunden ein großes Unternehmen Insolvenz an, wobei Deutschland für etwa ein Fünftel der Fälle verantwortlich war.

Fakten

  • Im Jahr 2025 meldeten rund 24.000 Unternehmen in Deutschland Insolvenz an, ein Plus von 10 % gegenüber 2024.
  • Die Rettungsquote großer Unternehmen (über 10 Mio. Euro Umsatz) sank von 62 % (2020) auf 44,2 % (2024).
  • Weltweit gab es 2025 im Schnitt alle 18 Stunden eine Großinsolvenz, Deutschland verantwortete etwa ein Fünftel der Fälle.
  • Insolvenzverwalter beobachten zunehmend Pleiten von Unternehmen mit 'weltmarktfähigen' Produkten aus dem laufenden Geschäft.
  • Allianz Trade prognostiziert 24.650 Firmenpleiten in Deutschland für das Jahr 2026.

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