Ein junger Forscher analysiert Zellenbilder auf einem Bildschirm, daneben ein schematisches neuronales Netzwerk, das gesundes und krankes Gewebe vergleicht.
Ein junger Forscher analysiert Zellenbilder auf einem Bildschirm, daneben ein schematisches neuronales Netzwerk, das gesundes und krankes Gewebe vergleicht.

Ein Ansatz, der Ärzten helfen könnte, früher zu erkennen, was auffällig ist – besonders für Kollegen im medizinischen Bereich interessant.

KI erkennt Lungenkrebs anders Handlungsfluss und Kernfakten

Ein 19-jähriger Informatik-Student aus Heidelberg hat bei „Jugend forscht“ einen Sonderpreis der Gesellschaft für Informatik gewonnen. Alois Bachmann entwickelte ein KI-Verfahren zur Erkennung von Lungenkrebs, das anders funktioniert als übliche Ansätze: Statt auf Bilddaten von erkranktem Gewebe zu lernen, trainierte er das Modell mit Aufnahmen von gesundem Lungengewebe. Abweichungen von diesem „Normalzustand“ markiert die KI dann als verdächtig – eine Methode, die mit weniger Trainingsdaten auskommt und dennoch zuverlässig arbeitet.

Der Wettbewerb „Jugend forscht“ zeichnet jedes Jahr herausragende Projekte aus den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) aus. In diesem Jahr qualifizierten sich 159 junge Forscher mit 116 Projekten für das Bundesfinale. Bachmanns Ansatz sticht durch seine Einfachheit und kreative Umkehrung der gängigen Methode hervor: Anstatt die KI mit seltenen Krankheitsbildern zu füttern, nutzt sie das Häufige – gesundes Gewebe – als Referenz.

Die Technik könnte besonders in Fällen hilfreich sein, in denen Bilddaten von Tumoren knapp sind. Noch ist das Verfahren in der Forschungsphase, doch die Jury honorierte bereits den klugen Einsatz von KI in der Medizin. Bachmann erhält 1.500 Euro für seine Arbeit. Weitere Entwicklungen werden aus dem Bereich medizinischer KI erwartet.

Fakten

  • Alois Bachmann, 19, gewann einen Sonderpreis bei „Jugend forscht“ 2026 für ein KI-Projekt zur Krebserkennung.
  • Der Student der Universität Heidelberg entwickelte eine KI, die Lungenkrebs erkennt, indem sie lernt, wie gesundes Gewebe aussieht.
  • Die KI markiert Abweichungen vom gesunden Zustand als verdächtig und erkennt so Krebs zuverlässig.
  • Der Sonderpreis der Gesellschaft für Informatik ist mit 1.500 Euro dotiert.
  • Beim Bundesfinale von „Jugend forscht“ 2026 qualifizierten sich 159 Nachwuchsforscher mit 116 Projekten.

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