Abstrakte Darstellung zweier Figuren, von denen eine eine Nahrungsmenge an sich nimmt, während die andere zurückweicht – symbolisiert sozialen Druck beim Teilen bei Jäger-und-Sammlern.
Abstrakte Darstellung zweier Figuren, von denen eine eine Nahrungsmenge an sich nimmt, während die andere zurückweicht – symbolisiert sozialen Druck beim Teilen bei Jäger-und-Sammlern.

Gleichheit entsteht oft durch Forderungen, nicht durch Spenden – ein nützlicher Kontext für Kollegen, die soziale Systeme verstehen wollen.

Nehmen stärker als Teilen Handlungsfluss und Kernfakten

Eine neue Studie an der Jäger-und-Sammler-Gruppe der Hadza in Tansania stellt gängige Vorstellungen über menschliche Großzügigkeit infrage. Während populäre Darstellungen oft von einem altruistischen Urzustand der Menschheit ausgehen, zeigen die Forschungsergebnisse, dass Gleichheit weniger durch freiwilliges Teilen entsteht – sondern durch sozialen Druck und das aktive Einfordern von Ressourcen. In verhaltenswirtschaftlichen Experimenten nahmen Hadza-Teilnehmer häufiger von anderen, besonders wenn sie selbst im Nachteil waren. Dies deutet darauf hin, dass Umverteilung primär über das Nehmen läuft, nicht über das Geben. Die Studie wurde von Duncan N.E. Stibbard-Hawkes und Chris von Rueden durchgeführt und im Fachjournal „PNAS Nexus“ veröffentlicht.

Fakten

  • Die Studie untersuchte das Teilungsverhalten der Hadza in Tansania, einer Jäger-und-Sammler-Gesellschaft.
  • Nur 40,9 Prozent teilten, wenn sie mehr hatten; 58,8 Prozent griffen zu, wenn sie weniger hatten.
  • Gleichheit entsteht bei den Hadza primär durch sozialen Druck und aktives Fordern, nicht durch Altruismus.
  • Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „PNAS Nexus“ veröffentlicht.
  • Hadza, die stärker mit der Marktwirtschaft in Kontakt kamen, akzeptierten Ungleichheit eher.

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