Filmplakate von „Fjord“ und „Vaterland“ vor rotem Vorhang, daneben Goldene und Silberne Palmen aus Cannes
Filmplakate von „Fjord“ und „Vaterland“ vor rotem Vorhang, daneben Goldene und Silberne Palmen aus Cannes

Die Anerkennung für Pawlikowskis Blick auf Thomas Manns Exil gibt einem Kollegen aus dem Kulturbereich etwas gemeinsamen Kontext.

Cannes: Goldene Palme für „Fjord“ Handlungsfluss und Kernfakten

Beim Filmfestival Cannes 2026 ging die Goldene Palme an den Film „Fjord“ von Regisseur Cristian Mungiu. Der Film mit hochkarätiger Besetzung, darunter Renate Reinsve und Sebastian Stan, erzählt von einem streng religiösen Ehepaar in Norwegen, das unter Verdacht der Kindesmisshandlung gerät. Der Regiepreis ging doppelt: neben den spanischen Regisseuren Javier Calvo und Javier Ambrossi für „La bola negra“ auch an Paweł Pawlikowski für „Vaterland“. Der Film begleitet den Schriftsteller Thomas Mann auf einer Reise durch das Nachkriegsdeutschland von 1949 und reflektiert das Verlustgefühl der Heimat.

Parallel wurde der Große Preis der Jury an Andrei Zvyagintsevs „Minotaurus“ verliehen, ein Remake des Thrillers „Die untreue Frau“, das die russische Gesellschaft im Kontext des Ukraine-Kriegs thematisiert. Die MOIN Filmförderung unterstützte den Film mit 100.000 Euro, wobei Teile der Postproduktion in Hamburg entstanden. Der französische Film „Notre Salut“ gewann den Preis für das beste Drehbuch und basiert auf einem Briefwechsel der Großeltern des Regisseurs Emmanuel Marre, der sich damit mit der Kollaboration Frankreichs im Zweiten Weltkrieg auseinandersetzt.

In der Schauspielkategorie wurden mehrere Preise doppelt vergeben. Virginie Efira und Tao Okamoto erhielten die Silberne Palme für ihre Rollen im Pflegedrama „All of a Sudden“, ebenso wie die belgischen Newcomer Emmanuel Macchia und Valentin Campagne für ihre Darstellung zweier verliebter Soldaten im Ersten Weltkrieg in „Coward“. Insgesamt fiel die Auszeichnungszeremonie durch mehrfach geteilte Preise auf, was die Vielfalt der eingereichten Werke unterstreicht.

Fakten

  • „Fjord“ von Cristian Mungiu gewann die Goldene Palme beim Filmfestival Cannes 2026.
  • Paweł Pawlikowski erhielt den Regiepreis für „Vaterland“, ein Roadmovie über Thomas Manns Reise durch Nachkriegsdeutschland.
  • Der Große Preis der Jury ging an Andrei Zvyagintsevs „Minotaurus“, der in Hamburg gefördert wurde.
  • „Notre Salut“ gewann das beste Drehbuch und basiert auf einem Briefwechsel der Großeltern des Regisseurs Emmanuel Marre.
  • Die Schauspielpreise gingen an Virginie Efira, Tao Okamoto, Emmanuel Macchia und Valentin Campagne.

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