
Die Erholung von Bayer gibt einem Kollegen, der das Pharma- und Agrarbusiness verfolgt, gemeinsamen Kontext.

Bayer verdoppelt Gewinn – überraschend stark Handlungsfluss und Kernfakten
Bayer hat im ersten Quartal 2026 deutlich bessere Ergebnisse erzielt als erwartet. Der bereinigte Ebitda stieg um 9 Prozent auf 4,45 Milliarden Euro, während der Nettogewinn mit 2,76 Milliarden Euro mehr als doppelt so hoch lag wie im Vorjahr. Treiber waren starke Umsätze in der Agrarsparte Crop Science – insbesondere mit Soja- und Mais-Saatgut – sowie das Wachstum der neuen Medikamente Nubeqa und Kerendia im Pharmageschäft. Auch Kostensenkungen und ein Lizenzgewinn trugen zur positiven Entwicklung bei.
Trotz eines leichten Rückgangs im Konzernumsatz auf 13,4 Milliarden Euro – bedingt durch Währungseffekte – bestätigte Bayer seinen Jahresausblick und hob die nominelle Prognose leicht an. Der erwartete Umsatz liegt nun bei 44,5 bis 46,5 Milliarden Euro, der operative Gewinn bei 9,4 bis 9,9 Milliarden Euro. Allerdings führten vereinbarte Zahlungen für Glyphosat- und PCB-Rechtsstreitigkeiten zu einem Free-Cashflow-Abfluss von 2,3 Milliarden Euro im Quartal.
Der Konzern setzt auf zwei parallele Strategien, um die Rechtsrisiken zu senken: Einerseits einen Sammelvergleich über bis zu 7,25 Milliarden Dollar, bei dem die Opt-out-Frist bis Anfang Juni läuft. Andererseits hofft Bayer auf eine Grundsatzentscheidung des US Supreme Court bis Ende Juni, die vielen Klagen die Grundlage entziehen könnte. Sollte das Urteil negativ ausfallen, bleibt der Sammelvergleich die wichtigste Option, um das Risiko langfristig zu reduzieren.
Fakten
- Bayer verdoppelte im Q1 2026 den Nettogewinn auf 2,76 Milliarden Euro.
- Der bereinigte Ebitda stieg um 9 Prozent auf 4,45 Milliarden Euro.
- Crop Science profitierte von starken Saatgutgeschäften und einer Lizenzvereinbarung mit Corteva.
- Die Pharma-Sparte wächst mit Nubeqa und Kerendia, obwohl Xarelto-Umsätze sanken.
- Bayer erwartet bis Ende Juni eine Entscheidung des US Supreme Court zu Glyphosat.
- Der Sammelvergleich zu Glyphosat-Klagen läuft bis 4. Juni, Opt-out-Frist endet dann.
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