Weltkarte mit Hervorhebung der Länder, in denen 2025 Hinrichtungen stattfanden – vor allem Iran, Saudi-Arabien und China – und einem roten Warnsymbol für die steigende Zahl.
Weltkarte mit Hervorhebung der Länder, in denen 2025 Hinrichtungen stattfanden – vor allem Iran, Saudi-Arabien und China – und einem roten Warnsymbol für die steigende Zahl.

Die drastische Zunahme der Hinrichtungen gibt einem Kollegen, der Menschenrechte verfolgt, wichtigen Kontext.

Hinrichtungen auf Höchststand seit 40 Jahren Handlungsfluss und Kernfakten

Die Zahl der Hinrichtungen weltweit hat laut Amnesty International im Jahr 2025 den höchsten Stand seit mehr als 40 Jahren erreicht. Mindestens 2.707 Menschen wurden in 11 Ländern hingerichtet – ein Anstieg von 78 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hauptverantwortlich ist der Iran, der allein für mindestens 2.159 Hinrichtungen verantwortlich war, mehr als doppelt so viele wie 2024. Zusammen mit Saudi-Arabien vollzogen diese beiden Länder 93 Prozent aller dokumentierten Hinrichtungen. Amnesty International kritisiert, dass die Todesstrafe zunehmend als Instrument der Einschüchterung eingesetzt wird, insbesondere bei Drogendelikten.

China, wo die genaue Zahl an Hinrichtungen als Staatsgeheimnis gilt, wird geschätzt, die meisten Hinrichtungen weltweit durchzuführen – möglicherweise mehrere Tausend pro Jahr. Vietnam und Nordkorea veröffentlichen keine verlässlichen Daten, gelten aber ebenfalls als hinrichtende Staaten. Insgesamt beruhen die Zahlen von Amnesty auf Mindestangaben aus offiziellen Quellen, Medienberichten und Aussagen von Angehörigen und Rechtsvertretern. Fast die Hälfte der dokumentierten Hinrichtungen erfolgte wegen Drogendelikten in fünf Ländern, was gegen internationales Menschenrecht verstößt.

Trotz des rückläufigen Trends in vielen Regionen gibt es Bemühungen, die Todesstrafe wieder einzuführen oder auszuweiten. So setzten Peru, der Tschad und Burkina Faso Kommissionen ein, um die Wiedereinführung zu prüfen. In Israel wurde ein Gesetzesentwurf zur Todesstrafe bei terroristisch motivierten Morden verabschiedet, der international kritisiert wurde. Gleichzeitig zeigt sich ein längerfristiger Trend zur Abschaffung: 113 Länder haben die Todesstrafe abgeschafft, in Europa und Zentralasien wurden 2025 weder Urteile verhängt noch Hinrichtungen vollstreckt.

Fakten

  • Im Jahr 2025 wurden weltweit mindestens 2.707 Menschen hingerichtet – der höchste Wert seit 1981.
  • Der Iran war für mindestens 2.159 Hinrichtungen verantwortlich, Saudi-Arabien für einen weiteren Großteil der 93 Prozent.
  • China behandelt die Zahl der Hinrichtungen als Staatsgeheimnis, schätzt Amnesty auf mehrere Tausend pro Jahr.
  • Fast die Hälfte der dokumentierten Hinrichtungen erfolgte wegen Drogendelikten in fünf Ländern, was gegen internationales Recht verstößt.
  • 113 Länder haben die Todesstrafe abgeschafft, in Europa und Zentralasien wurden 2025 keine Hinrichtungen vollstreckt.

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