Ein digitaler Jesus-Avatar auf einem Smartphone-Bildschirm, daneben ein Priester, der nachdenklich das Kreuz berührt.
Ein digitaler Jesus-Avatar auf einem Smartphone-Bildschirm, daneben ein Priester, der nachdenklich das Kreuz berührt.

Die Technik kann Worte nachahmen, aber keine Glaubensgewissheit geben, was einem Kollegen aus Theologie oder Tech-Ethik hilft, den Kontext zu sehen.

KI lässt Jesus sprechen – die Kirche warnt Handlungsfluss und Kernfakten

Künstliche Intelligenz dringt immer stärker in religiöse Räume vor – mit digitalen Avataren von Jesus oder Martin Luther, die Nutzer per Chat oder Videoanruf erreichen können. Theologen wie Florian Höhne von der Universität Erlangen warnen vor den Risiken: Solche KI-Systeme könnten fälschlich als authentische religiöse Autoritäten wahrgenommen werden, obwohl sie nur auf menschlichem Training und technischer Logik basieren. Besonders problematisch wird es, wenn Avatare mit fundamentalistischen Interpretationen trainiert sind und etwa Stellungnahmen zu Themen wie Homosexualität abgeben, die Jesus selbst nicht geäußert hat.

Im Vatikan zeigt sich Papst Leo XIV. skeptisch gegenüber KI in kirchlichen Kontexten. Er riet Priestern davon ab, Predigten von KI schreiben zu lassen, und betonte, dass echter Glaube nicht von Maschinen geteilt werden könne. Auf seiner Afrika-Reise appellierte er an Studierende, KI kritisch zu begleiten und den menschlichen Kontakt nicht zu vernachlässigen. Er plädiert für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Technologie und Menschlichkeit.

Die theologische Debatte geht tiefer: Johannes Heger aus Würzburg sieht in KI eine gesellschaftliche Disruption, die auch das Vertrauen in Wahrheit und Medien erschüttert. Eine große päpstliche Enzyklika mit dem Arbeitstitel „Magnifica humanitas“ soll bald erscheinen und vor den Gefahren von KI warnen. Damit wird klar: Die Kirche nimmt die Macht der Technologie ernst – und fordert klare Grenzen, wo der Glaube beginnt.

Fakten

  • Evangelischer Theologe Florian Höhne warnt vor KI-Avataren religiöser Figuren, da sie fälschlich als göttliche Autorität wahrgenommen werden könnten.
  • Papst Leo XIV. riet Priestern davon ab, KI für Predigten zu nutzen, und betonte, KI könne niemals Glauben teilen.
  • Der Papst plant eine Enzyklika mit dem Arbeitstitel „Magnifica humanitas“, die vor den Risiken der KI warnen soll.
  • Theologe Johannes Heger sieht in KI eine gesellschaftliche Disruption, die das Vertrauen in Wahrheit und Medien erschüttert.
  • KI-Avatare wie ein digitaler Jesus basieren auf menschlichem Training und können daher voreingenommene oder falsche Antworten geben.

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