
Die Sanktionen gegen deutsche Zivilgesellschaftsaktivistinnen zeigen, wie globale Machtmechanismen lokale Freiheiten beeinflussen können, ein wichtiger Kontext für Kollegen, die digitale Souveränität verfolgen.

Deutsche NGO unter US-Sanktionen Handlungsfluss und Kernfakten
Die deutsche NGO HateAid, die gegen digitale Gewalt und für die Durchsetzung des EU-Digital Services Act (DSA) kämpft, ist ins Visier der US-Regierung unter Präsident Donald Trump geraten. Die beiden Leiterinnen, Anna-Lena von Hodenberg und Josephine Ballon, wurden persönlich mit Sanktionen belegt, darunter ein Einreiseverbot in die USA. Die Begründung: sie förderten die Zensur amerikanischer Meinungsäußerung. Die Maßnahme folgt auf Klagen der Organisation gegen X, die Plattform von Elon Musk, und deren mangelnde Transparenz gegenüber EU-Aufsichtsbehörden.
Die Sanktionen haben weitreichende Konsequenzen. Wie im Fall der slowenischen Richterin Beti Hohler, deren Konten bei US-Diensten wie PayPal, Amazon und Apple gesperrt wurden, droht auch den beiden deutschen Aktivistinnen der digitale Ausschluss. Dies zeigt, wie weit die Macht amerikanischer Tech-Konzerne und des US-Rechts – etwa durch den Cloud Act – über die Landesgrenzen hinausreicht.
HateAid reagiert mit einem kompletten Umstieg auf Open-Source-Infrastruktur, um unabhängig von US-Unternehmen zu werden. Der Prozess ist teuer und aufwendig – mit geschätzten Kosten von einer Million Euro. Gleichzeitig zeigen auch deutsche Behörden wie das Land Schleswig-Holstein oder der Bundesverfassungsschutz erste Signale, sich von US-Technologiekonzernen wie Palantir zu lösen, um digitale Souveränität zu wahren.
Fakten
- Die US-Regierung verhängte Sanktionen gegen die beiden HateAid-Leiterinnen Anna-Lena von Hodenberg und Josephine Ballon im Mai 2026.
- Begründung der Sanktionen: Förderung der Zensur amerikanischer Meinungsäußerung; Einreiseverbot in die USA verhängt.
- Die EU verhängte im Dezember 2025 eine Geldstrafe von 120 Millionen Euro gegen X wegen mangelnder Transparenz.
- Der US Cloud Act ermöglicht der Regierung seit 2018 Zugriff auf Daten, auch außerhalb der USA.
- HateAid schätzt die Umstellung auf Open-Source-Systeme auf eine Million Euro und hat den Prozess bereits begonnen.
- Das Land Schleswig-Holstein und der Bundesverfassungsschutz ziehen unabhängige, nicht-US-amerikanische Anbieter wie ChapsVision gegenüber Palantir vor.
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