
Die Strategie des Aushungerns trifft vor allem die Zivilbevölkerung, ein klarer Hinweis für einen Kollegen, der Lateinamerika-Politik verfolgt.

Kuba unter Druck: Trumps Strategie trifft Zivilbevölkerung Handlungsfluss und Kernfakten
Die USA verschärfen unter Präsident Donald Trump den Druck auf Kuba durch wirtschaftliche Sanktionen und rechtliche Schritte. Im Mai 2026 erhob die US-Justiz Anklage gegen den 94-jährigen Ex-Staatschef Raúl Castro wegen des Abschusses zweier Flugzeuge im Jahr 1996, bei dem vier Menschen starben. Gleichzeitig unterbinden US-Maßnahmen die Öllieferungen nach Kuba, was zu massiven Versorgungsengpässen führt: Stromausfälle, Lebensmittelknappheit und fehlende Medikamente prägen den Alltag. Der Politologe Günther Maihold beschreibt diese Vorgehensweise als zynisch, da sie vor allem die Zivilbevölkerung trifft.
Hinter der Strategie stehe eine Mischung aus geopolitischem Kalkül und innenpolitischem Kalkül: Trump suche vor den US-Wahlen einen außenpolitischen Erfolg, insbesondere vor einer Wählerschaft mit lateinamerikanischem Hintergrund. Die USA setzen dabei auf eine „Zuckerbrot-und-Peitsche“-Taktik – militärische Drohungen kombiniert mit Verhandlungsangeboten. Ziel sei nicht unbedingt eine demokratische Transformation, sondern ein Regimewechsel zugunsten wirtschaftlicher Interessen und US-freundlicher Akteure.
Als mögliche Übergangsfigur wird Raúl Guillermo, der Enkel von Raúl Castro (genannt „Raulito“), diskutiert. Er könnte als Bindeglied zwischen altem Regime und neuem Einfluss dienen. Doch echte demokratische Kräfte in Kuba sind schwach: es fehlt ein landesweiter Oppositionsführer, und Proteste werden durch staatliche Überwachung behindert. Internationale Hilfe bleibt begrenzt, da Nachbarländer zögern und die UN nur eingeschränkten Zugang haben. Das beste Szenario wäre eine friedliche Übergangsregierung, die die Versorgung sichert – das schlimmste eine andauernde humanitäre Krise, politisch instrumentalisiert von außen.
Fakten
- Am 21. Mai 2026 erhob die US-Justiz Mordanklage gegen Ex-Staatschef Raúl Castro wegen des Abschusses zweier Flugzeuge 1996.
- US-Sanktionen unterbinden Öllieferungen nach Kuba, was zu massiven Strom- und Versorgungsengpässen führt.
- Politologe Günther Maihold bezeichnet die US-Strategie als zynisch, da sie vor allem die Zivilbevölkerung trifft.
- Als mögliche Übergangsfigur wird Raúl Guillermo, der Enkel von Raúl Castro, diskutiert.
- Trump sucht vor den US-Wahlen einen außenpolitischen Erfolg, insbesondere bei Wählern lateinamerikanischer Herkunft.
- Die UN und Nachbarländer haben nur eingeschränkten Zugang zur humanitären Hilfe in Kuba.
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