
Die Schließung trifft hochqualifizierte Arbeitsplätze und regionales Know-how schwer. Wenn Kolleginnen oder Freunde in der Biotech-Branche arbeiten, kann der Kontext nützlich sein.

BioNTech schließt CureVac in Tübingen Handlungsfluss und Kernfakten
Der Mainzer Biotech-Konzern BioNTech hat angekündigt, alle Standorte des ehemaligen mRNA-Rivalen CureVac bis Ende 2027 zu schließen, darunter den Hauptstandort in Tübingen. Davon sind rund 700 hochqualifizierte Arbeitsplätze betroffen. Die Entscheidung kommt knapp fünf Monate nach der Übernahme des Tübinger Unternehmens, bei der BioNTech zugesichert hatte, einen zukunftsstarken mRNA-Forschungsstandort zu erhalten. Nun reagieren Stadtspitze, Betriebsrat und Wirtschaftsorganisationen entsetzt.
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer sprach von einem „schweren Schlag“ und kritisierte scharf, dass BioNTech keine Alternativen prüfe, bevor irreparable Schritte unternommen würden. Er forderte das Unternehmen auf, Verantwortung zu zeigen und Gespräche mit der Stadt aufzunehmen. Der Betriebsrat bestätigte, nicht in die Schließungsentscheidung eingebunden gewesen zu sein, und widersprach fachlich und inhaltlich der Maßnahme.
Die IHK Reutlingen warnte vor einem Verlust technologischen Know-hows, das nicht nur aus Patenten und Forschungsergebnissen bestehe, sondern vor allem aus den „klugen Köpfen“ der Beschäftigten. Um solche Technologiestandorte in Zukunft zu halten, müssten die Rahmenbedingungen in Deutschland verbessert werden – etwa beim Zugang zu Wachstumskapital und bei Genehmigungsverfahren. Die Schließung wirft Fragen zur Strategie von BioNTech und zur Wettbewerbsfähigkeit des Biotech-Standorts Deutschland auf.
Fakten
- BioNTech schließt alle CureVac-Standorte bis Ende 2027, darunter den Hauptstandort in Tübingen.
- 700 Arbeitsplätze in Tübingen sind von der Schließung betroffen.
- Die Übernahme von CureVac durch BioNTech erfolgte im Dezember 2025 mit der Zusage, einen zukunftsstarken mRNA-Standort zu erhalten.
- Der Betriebsrat war nicht in die Schließungsentscheidung eingebunden und lehnt die Maßnahme ab.
- Tübingens OB Boris Palmer fordert von BioNTech Verhandlungen und Verantwortung.
- Die IHK Reutlingen warnt vor Verlust von Know-how und fordert bessere Rahmenbedingungen für Biotech in Deutschland.
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